Duetverdichtete Klangkunst

Ein feines akustisches Konzept-Album rose ave. von YOU AND ME – das sind Alecia Beth Moore, besser bekannt als PINK und der Kanadier Dallas Green. Die Lieder in ihrer Reihenfolge – vermutlich beide Persönlichkeits-Entwicklungen erzählend – luden mich musikalisch zum Innehalten und textlich zum Nachlesen ein.

Wenn man beide Songwriter unabhängig voneinander kennt, fällt in diesem duetverdichteten Musikalbum, die sehr angenehme Mischung beider Liederstile auf. Zum einen der fast pathetisch und engelsgleiche laid back Gesang Greens. Zum anderen, Pinks außerordentlich kraftvolle Stimme. Hier in ihrer sanften Art eingesetzt, kann sie sogar als fragil und gebrochen empfunden werden. Mit OPEN DOOR wendet sich Dallas ganz eigen an seine Mutter. Alecia ganz pinktypisch mit BREAK THE CYCLE an Ihre.

Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, buchte Pink zur privat verabredeten Jam-Session ein Tonstudio. Daraus entstand innerhalb weniger Tage dieses musikalische Klang-Buch mit 10 Episoden. Ich bin sogar gewillt die werbeträchtige Geschichte zu glauben. Die Produktion hört sich für mich tatsächlich ehrlich an. Nicht überproduziert, auch nicht bis ins kleinste Detail perfektgepfriemelt.

Schön, das breite und unaufgeregte Panorama. Beide Stimmen mittig und nebeneinander. Die MIttenwerte feinjustiert. Die Gitarren sehr warm und rund. Keine metallern surrenden Saiten. Wunderbar, wie sich die Instrumente und Stimmen zu einem harmonischen Klangbild emporheben.

Einzig, an dem zwar selten aber doch verwendeten und altbacken klingenden Hall in CAPSIZED, BREAK THE CYCLE oder SECOND GUESS, kann ich mich stören.

OPEN DOOR ist nach 10 Tagen kontinuierlichem Hörgenuss, mein gegenwärtiges Lieblingsstück auf diesem gelungenen Album. Eine respektvolle Einreihung in und leise Reminiszenz an die Folk-Epoche Peter Paul and Marys.

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