New Work

New Work

Wir leben in einer atemberaubenden Zeit mit historischer Chance unsere Gesellschaft zu mehr Fokus auf Mensch, Tier und Umwelt zu sublimieren. Der demographische Wandel und die Digitale Revolution mit ihrer im Grunde so einfältig binären Impulstechnik begünstigt Veränderungen, die in alle Lebensbereiche dringt. Arbeitswelt, Lohnerwerb, Ehe, Familie, Erziehung, Gesellschaft, Demokratie und sogar die letzte Bastion – die christlichen Kirchen-Istitutionen.

»Wandel und Aufbruch in allen Winkeln der Welt – auch in uns selbst.«

New Work

Eins – zwei – drei – Ziiieeeheeen! Die neue Arbeitswelt (New Work) braucht nicht mehr hierarchisch geführt werden. Orientierungspersonen werden durch situationsbezogene Anforderungen, die für die jeweiligen Aufgaben am besten geeignet sind, aus den Teams heraus gefunden. Unabhängig von Position, Geschlecht, Alter, Herkunft oder Religion. Kooperation, Kommunikationsfähigkeit und Einfühlungsvermögen sind gefragt, sonst werden die komplexen Aufgaben nicht mehr gelöst.

Online Arbeitsumgebungen (Work Environments) sind hilfreiche Werkzeuge (Digital Tools) bei der Organisation, Planung und Koordination der ergebnisorientierten Teams mit ihren vielfältigen Herausforderungen. Ebenso das Einladen und Gewinnen von KollegInnen, die Personalverantwortliche längst erkannt haben und strukturell wie in der Tonalität noch nicht so dürfen wie sie gerne wollten.

Das Drama der kreativen Menschen

An die militärischen Bezeichnungen kann ich mich bis heute nicht gewöhnen:

  • Human-Resource und Recruitment. Menschliches Material wird für den Kriegsdienst Arbeitstelle einberufen.
  • Der Manager in der Manege als Dompteur der bedrohlichen Raubkatzen. Die gegen ihren Willen zur Arbeit angetrieben und abgerichtet werden müssen.
  • Arbeitskräfte als Lebensbedrohung erlebt, gilt es ihnen zu misstrauen.
  • Mit-Arbeiter die dabei nicht denken, sondern nur mitmachen und kritiklos ausführen dürfen. Für die Industrie ihren Kopf unterm Arm zu tragen haben.
  • Dann plötzlich doch noch eine Fachkraft sein, die jetzt auch denken soll, aber nur soweit wie vom Vorgesetzten erlaubt. Denn kein »Vor-Gesetzter« soll in seiner Eitelkeit beschämt oder Unwissenheit erkannt werden.
  • Geduldet wird der mit Scheuklappen auf eine Sache im Detail gerichtete Blick.
  • Verboten die Sicht aufs Ganze, bleiben Gefühle und Gedanken unerwünscht.
  • Und in der Wissensgesellschaft tobt der »War for Talents« um die klügsten »Köpfe«, die »brennen« sollen. Damit die fleißig »Glühenden« bereits von jeglicher Ferne zu erkennen sind, dass sie auch wirklich etwas für ihren Lohn leisten.

Als würde der Mensch allein für Geld tätig werden. Als bestünde der Menschen nur aus Kopf. Als könne man ihn in seine Einzelteile auseinanderreißen und den Geist aus den angezapften Gehirnen monetarisieren. Köpfe ohne Arme und Beine. Menschen ohne Körper.

Ich sehe ein passendes Bühnenbild mit Wissensarbeitern in weißen Seidentüchern an einer Ballonschnur. Das Haupt ohne Antlitz. Die mit Helium gefüllte Gummihaut – körperlos – mit Reißzwecke am Boden geheftet, über den Boden schwebend. Auf der Fläche verteilt die Rumpfstumpen als Sitzstämme verzweckt. Zu Brennholz gespaltet. Menschsein verboten. Wohlgeschnitzte Statuen flüstern im Dreiklang: »Die Arbeit ist tot. Es lebe die Neue Arbeit.«

Vorhang zu. Licht an.

»Willkommen im 21. Jahrhundert der New Work. Es kommt darauf an, was wir zulassen und daraus machen.«

Demokratie und neue Parteienstrukturen

Parteienstrukturen geben den Volksbegehren nach und bieten mehr basisdemokratische Möglichkeiten zur Mitgestaltung an. Top-Down verordnete Fraktionszwänge werden nicht mehr mitgetragen. Die Würde Aller, das eigene Gewissen und die eigenen Werte zählen.

Siehe Ehe für Alle, die wir dem unbedachten Moment eines wohligen Fußkreisels, mit Freiheit beinhaltender Aussage einer Regierungschefin und der Sehnsucht der Bevölkerung, zu verdanken haben. Die Gewissensfrage setzte sich durch. Beteiligung wird von mündigen BürgerInnen gefordert und selbst von PolitikerInnen herbeigesehnt.

Das Subsidiaritätsprinzip, die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung des Individuums, der Familie, Gemeinde oder des Unternehmers, sind längst erkannt. Online Applikationen zur demokratischen Mitgestaltung, Petitionen, Verfassen und Entwicklung von Inhalten, Programmen, Gesetzesvorlagen wie Abstimmungen, erfahren eine bisher nicht dagewesene Machbarkeit durch digitale Webtechnologie.

New Work findet also auch innnerhalb der Parteien und in Regierungskreisen statt. Mit ihr entwickeln wir auch unsere Demokratie weiter (Soziokratie und Holokratie).

»Werden die Individuen der Parteien in diesem Wahljahr die Sensibiltät für die wirklich anstehenden Themen der Bevölkerung haben und couragiert Verantwortung übernehmen?«

Bezahlbares Wohnen realisieren

Wohnkapazitäten sind begrenzt und ungünstig verteilt. Solopreneure bevorzugen mehr Quadratmeter für ihre remote Arbeit. Familien benötigen größere Wohnungen. Ältere Menschen würden ihre Weiträumigen gerne eintauschen. Eine digitale Börse kann Abhilfe schaffen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen zur Stärkung der MieterInnen in Punkto Recht auf Mitbewohner, Untervermietung und Wohnungstausch, aber auch ein kommunaler Umzugsservice wäre denkbar, wenn sich Mieter einigen.

Weshalb nicht Büro- und Lagerräume zu bezahlbaren Apartments mit mobilen Wandkonstruktionen, die zu modularen Zwei- und Drei-Zimmer-Einheiten erweitert werden können, umfunktionieren? Mit Concierge und einem Café-Restaurant im Eingangsbereich für ortsunabhängiges und selbstbestimmtes Arbeiten und Wohnen?

Auch hier findet die New Work statt.

Faires Wirtschaften und Unternehmertum für alle

Kapital ist genügend vorhanden nur nicht jeder hat was davon. Jedes Kind weiß was zu tun ist: Teilen.

Umverteilung durch einen Zehnt ohne steuerliche Schlupflöcher. Ein gerechtes, einfaches und transparentes Steuersystem. Eine Vermögenssteuer, eine Transaktionssteuer und ein Bedingungsloses Grundeinkommen sind möglich.

Nur eins davon würde schon viel versteckte Armut in unserem reichen Land mildern und die New Work im Sinne einer auskömmlichen Tätigkeit voranbringen.

Heilung und Pflege humanisieren

Der Gesundheitssektor kommt mit der ärztlichen Versorgung und Pflege der Menschen nicht nach. Dezentralisierung, mehr digitale Bildtelefonie wie Alarmsysteme und digitale Vernetzung, als Ersatz für die schwindenden Möglichkeiten der Verbundenheit.

All das kann beide Seiten zwar nicht ersetzen, aber entlasten und die eigenen Heilkräfte mit Lebensfreude stärken. So, dass mehr Raum für die Begegnung möglich wird.

Für das, was uns Menschen ausmacht

Wider der Einsamkeit

Die Vereinsamung von jungen und alten Menschen nimmt zu, wie jüngst eine Studie ergeben hat. Ein erstes Ministerium für Einsamkeit macht unser 21. Jahrhundert nötig.

Können die digitalen Social-Media-Channels, Kurznachrichten und Bildtelefonie Abhilfe schaffen? Braucht es nicht auch kommunale Angebote für Bürgerdialoge? Sind sie für die Vereinsamung und das Suchtpotential verantwortlich oder lässt sich die digitale Technik zur Teillösung dieser zunehmenden Isolation humanorientiert einsetzen?

»Gestehen wir einander Tätigkeiten mit Sinn zu und möchten wir in den Dialog der Generationen eintreten?«

Recht auf lebenslanges Lernen

Gönnen wir uns ein lebenslanges Lernen durch Recht auf lebenslanges Tätigsein und kostenfreie Bildung? Schließen wir jetzt die Generationen 50plus ein?

Generations in Dialogue

Schauen wir den Weisen mit Würde ins Gesicht statt Altersdiskriminierung durch Jugendkult zu pflegen? Haben wir den Mut der Jugend ein Gegenüber zu sein und ermöglichen wir durch diese Beziehungsarbeit allen Beteiligten ihre kontinuierliche Persönlichkeitsentwicklung? Gestehen wir einander Tätigkeiten mit Sinn zu und möchten wir in den Dialog der Generationen eintreten?

Kluge Stadt

Kluge Stadt (Smart City) und Online Dienstleistungen wie Ummeldung beim Einwohnermeldeamt. KFZ-Meldung, Steuerbescheide auf Knopfdruck. Digitale Bezahlsysteme. Lieferservice für Lebensmittel und Onlineanmeldung für Start-Ups sind auf dem Weg. Gehen wir in einer digital vernetzten, klugen Stadt mit unseren Daten sorgsam um? Schaffen wir es, dass unsere Privatsphäre gewahrt bleibt? Oder missbrauchen wir die Informationen für unlautere Zwecke wie Macht und Kontrolle?

KI für Menschlichkeit einsetzen

Schaffen wir es auch die Künstliche Intelligenz so einzusetzen, dass stets die Umwelt, die Tiere und wir Menschen mit unserem Bedürfnis nach Freiheit und Verbundenheit gesehen werden? Im besten Falle von Anfang an gemeint und als Menschen erkannt werden, die das Sanfte und Schwachsein verkörpern? Damit wir eine Gesellschaft gestalten, in der ein würdevolles Leben und Sterben möglich wird. Kein irrationaler Konkurrenzkampf mit elektronischen Systemen entsteht, weil wir den Unterschied zwischen Mensch und Gegenstand anerkennen.

Wut – Mut – Tut – Gut

Veränderung mit Zuversicht stellt Altbewährtes in Frage. Deckt Altgedientes und Wertvolles auf, das abgelegt, verworfen oder weiter zu Bewahren lohnt. Sie bringt Bewegung und wirbelt Staub auf. Vernebelt die Sicht. Verunsichert und kann Menschen, die sich vor Veränderung fürchten in Panik versetzen. Haltgebende Strukturen lösen sich auf noch bevor sich Neue zeigen. Woher die innere Kraft, Zuversicht und den Mut nehmen für den Aufbruch in die Arbeit an unserer neuen Welt?

Sozialen Frieden sichern

Sind wir gewillt den Existenzsorgen der Menschen mit sozialer Sicherheit und religiösem Beistand im Glauben an die Nächsten-, Fremden- und Feindesliebe, dem Glauben an das Wahre, Gute und Schöne zu begegnen? Und jeden Einzelnen in unserer Gesellschaft zu beruhigen, damit wir zu unserer innewohnenden Gestaltungskraft gelangen können, die wir in diesen turbulenten Zeiten so dringend benötigen? Wieviel Vertrauen können wir der Angst entgegenbringen, damit diese zwei Antagonisten nicht aus dem Gleichgewicht geraten?

»Die Pandemie 2020 zwingt uns mit ihrem Stillstand die versäumten Aufgaben der Jahrhundertwende nachzuholen, zu den handlungsdrängenden New Twenties aufzuholen und in beherztes Handeln überzugehen.«

Handeln & Gestalten

Die Gesellschaft ist längst soweit. Einzig die politischen Rahmenbedingungen fehlen für die Synchronisation von dem was da war, da im Entstehen befindlich ist und da kommt. Dazu bedarf es nicht nur demokratischer Diskussionen, Veranstaltungen und Dialoge zwischen den Generationen, den Schichten, den Geschlechtern und Kulturen, sondern insbesondere Handlungsräume und Taten, die zur lösungsorientierten Gestaltung unserer nächsten Gesellschaftsform führen.

»Das Fallobst gärt, machen wir was daraus. Es geht ans Eingemachte.«

Bereits für Heute, dadurch auch für Morgen mit Blick ins Gestern – zur besseren Einordnung von all dem, was just in time geschieht, sobald es Jedem zu seiner Zeit möglich ist.

Auf eine lebensbejahende Gegenwart mit heller Zukunft und guten  Kollaborationen auf Augenhöhe.

Have a nice day!

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