Was ist ein Proof und wozu soll das gut sein?

Als Proof bezeichnet man die Simulation des Druckergebnisses vor dem Drucken. Er soll einen möglichst realitätsnahen und farbverbindlichen Eindruck des späteren Druckergebnisses vermitteln. Monitore arbeiten als Selbstleuchter mit dem RGB-Farbenmodell, beim Druck wird jedoch meist das CMYK-Farbsystem eingesetzt. Durch Kalibrierung sowie Anpassung des Farbmanagements kann man sich dem Ergebnis annähern, eine 100% verbindliche Vorschau ist aber nicht exakt möglich. Selbst bei Anfertigung eines Einzeldrucks mit anderer Drucktechnik oder anderer Druckmaschine wird es später Abweichungen geben. All dies widerspricht dem eigentlichen Zweck eines Proofs: einer möglichst genauen Vorschau, um Fehler vor dem Druckgang zu korrigieren.

Es wird zwischen analogen und digitalen Proof-Techniken unterschieden:

Bei den analogen Verfahren wird der Proof über die Zwischenstufe einer Druckform hergestellt. Hier wird direkt aus der Druckmaschine ein sogenannter Andruck herausgelassen. Anhand Diesem wird die Farbverbindlichkeit solange korrigiert, bis sie stimmt, bevor automatisiert gedruckt wird. Sie ist zwar die beste Herangehensweise, wenn es um absolute Farbsicherheit gehen soll, aber auch die Kostspieligste, da die Druckmaschine für diese Zeit blockiert bleibt und der Produktionsausfall entsprechend finanziert werden muss.

Eine Sonderform stellt der Soft-Proof dar. Hier werden die Daten auf einem farbkalibrierten Monitor visualisiert.

Beim Digitalproof wird direkt aus den Digital-Daten ein Proof ausgegeben.

Ein Layoutproof soll die Korrektheit des Inhaltes und der Platzierung der verwendeten Elemente zeigen. Dabei wird  Wert auf die Farbverbindlichkeit gelegt. Häufig wird eine verkleinerte Ausgabe vorgenommen. Zum Einsatz kommen dabei am häufigsten elektrofotografische Drucksysteme.

Ein Standproof zeigt die Platzierung (Stand) der Seiten auf dem Druckbogen. Er sollte aus den per Raster Image Processor (RIP) für die Belichtung der Druckform vorbereiteten Daten erzeugt werden. Farbverbindlichkeit ist nicht gegeben.

Ein farbverbindlicher Proof (digital Prüfdruck) soll das Druckergebnis hinsichtlich Farbigkeit nahezu voraussagen. Wann ein solcher Proof farbverbindlich ist, regeln der Medienstandard Druck und die ISO 12647-7. Neben einem Halbton-Proof, bei dem Rasterverfahren zum Einsatz kommen, wie sie vom Hersteller des Druckertreibers zur Verfügung gestellt werden, können auch Raster-Proofs erzeugt werden, die das später im Druck verwendete Raster simulieren. Heute werden zur Erstellung von Proofs fast ausschließlich Tintenstrahldrucker eingesetzt, die über RIPs mit eingebautem Farb-Management-System angesteuert werden.

Wir arbeiteten mit diesen farbverbindlichen Proofs, die mit einem Ugra/FOGRA-Medienkeil CMYK-TIFF (15) ausgestattet sind. Dieser als Datensatz gelieferte Kontrollblock, umfasst 33 ein- und mehrfarbig aufgebaute Farbfelder. Ergänzend sind ein Buntgraukeil, ein Echtgraukeil sowie ein unbedrucktes Feld enthalten. Wenn ein Prüfdruck farbverbindlich für eine Druckbedingung sein soll, dann müssen die CIELAB-Farbwerte der Felder des Ugra/FOGRA-Medienkeils CMYK-TIFF mit jenen eines standardisiert erstellten Referenzdrucks übereinstimmen, dessen Bedingungen dem geplanten Auflagendruck entsprechen. Anhand diesem Farbkeil kann mit Hilfe eines Spektraltensitometers eine Farbmessung durchgeführt werden. 

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